Stefan Pölt: Unter der Fuchtel (Kolibri)

Unter der Fuchtel
© Stefan Pölt

„Ich biete dir Paroli wie
mein Papa!“, piepst der Kolibri
zu seiner Frau, doch die sagt knapp:
„Ich lach mich tot! Und jetzt schwirr ab!“

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Stefan Pölt: Geruchsbelästigung (Schleiereule)

Geruchsbelästigung
© Stefan Pölt

„Verdammt!“, entfuhr’s der Schleiereule,
„Was riecht hier so nach Eierfäule?“
Worauf er, so zurechtgestutzt,
verlegen seine Federn putzt.

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Stefan Pölt: Pfauenlogik

Pfauenlogik
© Stefan Pölt

Ein eitler Pfau will imponieren
und schlägt ein Rad im Sonnenlicht.
Doch sie scheint’s nicht zu intressieren:
Ich brauche deinen Radschlag nicht!

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Alfons Pillach: Krähe und Wurm

Halb so schlimm
© Alfons Pillach

Eine große Krähe
sieht in ihrer Nähe,
wie ein kleiner halber Wurm
kriechen will zum Kirchenturm.

Krähe krächzt mit tiefer Stimm’:
„Würmchen, es ist halb so schlimm,
denn wärest du mit Schwanz,
dann fräße ich dich ganz.“

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Alfons Pillach: Ähnlich (Meise und Ameise)

Ähnlich und doch verschieden
© Alfons Pillach

Sie trafen sich auf einem Blatte,
ein Schicksal, welches Folgen hatte:
Die Ameise sprach zu sich: „Gut,
dass eine Meise mir nichts tut!
Schließlich haben wir zwei Damen
bis auf das „A“ den gleichen Namen.“
Dachte folglich nicht ans Fliehen,
um sich dem Schicksal zu entziehen.

Die Meise, die den Schnabel leckte,
sprach, als sie Gleiches nicht entdeckte:
„Die Ähnlichkeit besteht beim Lesen,
jedoch bist anders du im Wesen.“
Verschlang das Tier, eh sich’s versah,
und schuld daran war nur das „A“.

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Alfons Pillach: Vogeldreck

Grüße
© Alfons Pillach

Bei einem Spaziergang entlang der Straße
fiel mir ein Tropfen auf die Nase,
der aber nicht sehr lange blieb,
weil ich ihn mit der Hand zerrieb.

Und gleich wurde mir sonnenklar,
zumal es ja Sonnenscheinwetter war,
dass ich, während ich so ging,
Grüße von einem Vogel empfing.

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Alfons Pillach: Der Dritte im Bunde (Kuckuck)

Der Dritte im Bunde
© Alfons Pillach

Ein Vogelnest in einem Baum,
das zwischen Zweigen klebte,
entdeckte ich, als Federflaum
auf meine Schulter schwebte.

Zwei junge Vögel im Geäst
sahen auf mich nieder,
und dann erblickte ich im Nest
ein drittes Junggefieder.

Der dritte kam mir seltsam vor,
weil er so komisch guckte,
ich dachte schon, mich trügt mein Ohr,
als es im Nest kuckuckte.

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Alfons Pillach: Unter Geiern

Unter Geiern
© Alfons Pillach

Ein Geiermännchen fraß,
weil’s Geiersitte ist, viel Aas.
Weil er auch faules Wasser trank,
geschah’s, dass aus dem Hals er stank.
Bei einem Geier-Rendezvous
maulte das Geierfräulein: „Du,
ich möchte dich nicht küssen
und lang ertragen müssen.
Du stinkst ja zum Verrecken!
Mir bleibt das Aas im Halse stecken!“

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